Automatische Paletten Be- und Entladeanlage

Beim St√ľckgutumschlag mit Lkw werden heutzutage fast ausschlie√ülich G√ľterpaletten verwendet, die genormte Ma√üe aufweisen. Neben flachen Tr√§gerpaletten sind auch Gitterboxen oder Tanks bekannt, die an ihrer Unterseite so ausgebildet sind, dass sie von einem Gabelstapler angehoben und transportiert werden k√∂nnen. Bei den √ľblichen Ma√üen der Paletten und den gesetzlich vorgegebenen Grenzen k√∂nnen auf einem Sattelaufliegerfahrzeug meist 11 x 3 Paletten und auf einem normalen LKW 5 x 3 Paletten und auf einem angeh√§ngten Deichselanh√§nger noch einmal so viele transportiert werden.

Die Beladung von Lastfahrzeugen in Logistikzentren erfolgte derart, dass zun√§chst die G√ľterpaletten auf einem Bereitstellungsplatz kommissioniert werden. Nach Ankunft des Lastfahrzeugs werden die Paletten einzelnen mit Gabelstaplern auf die Ladefl√§che des Lkw gestellt, wobei entweder der Gabelstapler direkt von der Laderampe √ľber das Heck auf die Ladefl√§che f√§hrt oder die Beladung von der Seite erfolgt, wozu erst das Entfernen der seitlichen Plane und der Spriegel notwendig ist.

Diese Form der Beladung, bei der jede Palette einzeln mit dem Gabelstapler vom Bereitstellungsplatz abgeholt und aufgeladen wird, ist au√üerordentlich zeitaufwendig. Bei schneller Arbeitsweise des Staplerpersonals und geringem Abstand zwischen Bereitstellungsfl√§che und Parkplatz des Lkw ist eine Beladung von der Seite her in etwa 20 min m√∂glich, wenn z.B. je drei nebeneinander stehende Paletten zugleich von der Seite mit dem Stapler eingestellt werden. Dazu kommt dann noch die R√ľstzeit f√ľr das Schlie√üen der Plane, so dass ein Stellplatz in einem Logistikzentrum f√ľr mindestens eine halbe Stunde von einem Lastfahrzeug blockiert ist.

Unsere L√∂sung! Wir setzen hierf√ľr einen √ľberdimensionierten Gabelhubwagen ein, bei der die L√§nge der Gabeln wenigstens einer mehrfachen Palettenl√§nge entspricht. Insbesondere sind die Gabeln so lang, dass sie ein solches Paket von Paletten auf die Ladefl√§che stellen k√∂nnen, so dass diese maximal belegt ist. Vorzugsweise entspricht die L√§nge der Gabeln also der L√§nge der Ladefl√§che, wobei hiermit keine zentimetergenaue Entsprechung gemeint ist, sondern nur eine solche, die ein Abstellen einer maximalen Anzahl von Paletten erlaubt. Damit wird eine Palettenreihe, die zuvor so ausgerichtet und zusammengeschoben worden ist, dass keine L√ľcken dazwischen mehr bestehen, als Paket √ľbernommen und √ľber das Heck in einem Zug auf die Ladefl√§che gestellt. Insbesondere kann eine vollst√§ndige Kommission in einem St√ľck von der Bereitstellungsfl√§che auf die Ladefl√§che gestellt werden.

Vorzugsweise ist die Gabelhubwagenvorrichtung so ausgebildet, dass drei Einheiten von Gabeln vorhanden sind und somit drei Palettenreihen nebeneinander aufgenommen und im Block auf die Ladefl√§che gestellt werden k√∂nnen. Die Gabeln werden dann abgesenkt, so dass die Paletten auf der Ladefl√§che aufstehen. Es erfolgt eine R√ľckzugsbewegung der Gabelhubwagenvorrichtung von der Ladefl√§che. Danach brauchen lediglich noch die Heckt√ľren des Lkw geschlossen zu werden, damit der Lkw wieder abfahrtbereit ist und das n√§chste Fahrzeug den Ladeplatz einnehmen kann. Unterdessen kann die Gabelhubwagenvorrichtung bereits das n√§chste Palettenpaket aufnehmen. Sobald der n√§chste Lkw an die Laderampe r√ľckw√§rts herangefahren ist, kann der n√§chste Beladevorgang erfolgen.

Das Entladen erfolgt analog: die leere Gabelhubwagenvorrichtung fährt vom Heck her mit ihren Gabeln unter die Paletten, hebt diese an und zieht den kompletten Ladeflächeninhalt auf ortsfeste Lademaschine, von wo aus die Paletten zur weiteren Verteilung abgefördert werden.

Durch die Verwendung eines motorisch angetriebenen und exakt gef√ľhrten, √ľberdimensionierten Gabelhubwagens ist es nicht erforderlich, spezielle Schienensysteme an der Laderampe und auf der Ladefl√§che des Lastfahrzeugs vorzusehen. Es ist vielmehr nur erforderlich, dass der Lkw mit geringem H√∂henversatz gegen√ľber der Laderampe an diese heranf√§hrt. Die Gabeln besitzen an ihrer Unterseite eine Vielzahl von Laufrollen.

Ein schmaler Spalt kann von den Gabeln leicht √ľberbr√ľckt werden. Bei gr√∂√üeren Spalten und/oder zum Ausgleich eines H√∂henversatzes ist es vorteilhaft, wenn Ladebr√ľckenelemente vorgesehen sind, die abgeklappt werden k√∂nnen, damit sie einen Tr√§ger f√ľr die √úberfahrt der Gabelhubwagenvorrichtung auf die Ladefl√§che bilden k√∂nnen.

Vorzugsweise besitzt die Lademaschine eine F√ľhrungseinheit mit F√ľhrungsschienen, auf denen die Gabeln gef√ľhrt sind. Die Ladebr√ľckenelemente sind dann in Verl√§ngerung der F√ľhrungsschienen vor Kopf angeordnet. Die F√ľhrungseinheit ist gegen√ľber dem Grundgestell beweglich angeordnet, so dass Fehlstellungen des Lkw am Lagerplatz ausgeglichen werden k√∂nnen.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Ladefläche vor der Überfahrt der Gabelhubwagenvorrichtung eingemessen und ein in der Ebene der Ladefläche verlaufender Ladespurvektor bestimmt wird, der parallel zur Längsachse der Ladefläche liegt.

Der so genannte "Ladespurvektor‚Äú ist ein gedachter Richtungspfeil, der mit der L√§ngsachse √ľbereinstimmen muss. M√∂glich ist aber auch, parallel dazu, mit seitlichen Abstand zur Ladefl√§chenbegrenzung, beispielsweise in der Mitte einer Palettenreihe, gew√§hlt werden kann.

In einer einfachen Variante wird nur die Winkellage des Ladespurvektors in der Ebene bestimmt. Sofern der Untergrund vor der Laderampe nicht eben sein sollte, kann auch vorgesehen sein, den Ladespurvektor dreidimensional zu vermessen, also auch Neigungen der Ladefläche um die Querachse und um die Längsachse zu erfassen.

Das Gegenst√ľck ist ein ‚ÄěBeladungsrichtungsvektor‚Äú, der auf der Gabelhubwagenvorrichtung definiert ist, dort also auch mit der L√§ngsachse zusammenfallen kann oder parallel dazu ausgerichtet ist.

Bevor die Gabelhubwagenvorrichtung nun auf die Ladefl√§che √ľberf√§hrt, ist vorgesehen, dass eine Ausrichtung des Beladungsrichtungsvektors an den Ladespurvektor und zwar jeweils durch Bewegung des Obertisches, auf dem die Gabelhubwagenvorrichtung gelagert ist.

Im Normalfall reicht ein Drehen um die Hochachse aus, um eine Schiefstellung des Lkw in Bezug auf die Laderampe auszugleichen. Dazu muss der Abstellplatz des Lkw eben sein, das hei√üt, die Abstellfl√§che und die Laderampe, auf der de Lademaschine verfahrbar ist, m√ľssen in planparallelen Ebenen liegen. Dazu kommen M√∂glichkeiten zum Verfahren in der Ebene und/oder zum Heben oder Senken des Obertisches, um eine Flucht der F√ľhrungsschienen auf dem Obertisch mit der Ladefl√§che zu bilden.

Ist der Abstellplatz hingegen nicht parallel zur Verfahrebene der Lademaschine, kann auch ein Drehen um die Querachse und/oder ein Drehen um die Längsachse vorgesehen

Mit den genannten Maßnahmen wird eine Ausrichtung des Beladerichtungsvektors auf den Ladespurvektor erzielt, so dass die Gabelhubwagenvorrichtung im Idealfall genau in Verlängerung der Ladefläche verfährt, auch wenn der Fahrer des Lastwagens nicht exakt im rechten Winkel zur Kante der Laderampe eingeparkt hat und/oder die Ladefläche z.B. wegen abweichender Bereifung des Sattelaufliegers von der Zugmaschine nach hinten geneigt ist.

Es wird ermöglicht, dass ein sehr schneller Umsatz einer Vielzahl von Paletten erfolgt, ohne dass die Paletten an den Laderaumwänden oder sonstigen Begrenzungen der Ladefläche anecken und diese gegebenenfalls beschädigen.

Der Be- und Entladevorgang stellt sich nach unsere Lösung wie folgt dar:

  • Der Spediteur meldet sich im B√ľro des Lagers und l√§sst sich Registrieren und erh√§lt eine Magnetstreifenkarte mit der Auftragsnummer,
  • Wird Ware abgeholt, so wird diese zeitnahe auf eine der Tourenbahnen auf dem Bereitstellungsplatz bereitgestellt
  • Der Spediteur positioniert seinen LKW mit ge√∂ffneten Heckt√ľren vor einem der Ladetore.
  • Der Spediteur geht in die Ladehalle und startet mittels seiner Magnetstreifenkarte an einem Leseger√§t mit Karteneinwurf den Be- bzw. Entladevorgang.
  • Handelt es sich um einen Beladevorgang, werden die Paletten von der entsprechenden Tourenbahn abgeholt. Handelt es sich um eine Entladung, wird zun√§chst gepr√ľft, ob eine freie Tourenbahn verf√ľgbar ist.
  • Mittels Klarschriftanzeige werden der Kundenname und die Auftragsnummer angezeigt.
  • Die Lademaschine verf√§hrt in Position hinter dem LKW.
  • Mittels des Messsystems wird die L√§ngsachse des LKW vermessen und der Obertisch der Be- und Entlademaschine wird nach der L√§ngsachse des LKW ausgerichtet.
  • Die H√∂he der Ladekante, die Tiefe und die Breite sowie die Schr√§glage der Ladefl√§che in einer horizontalen Ebene werden vermessen.
  • Die H√∂henlage der Lademaschine wird an die Ladefl√§che des LKW angepasst
  • Steht die Lademaschine in richtiger Position hinter dem LKW, wird die Ladebr√ľcke um 90¬į nach unten abgeklappt.
  • Mittels des Gabelhubantriebs werden die Paletten auf der Lademaschine angehoben
  • Die Paletten werden durch die Gabelhubwagenvorrichtung von der Lademaschine auf den LKW gef√∂rdert und Hubgabeln werden abgesenkt, wodurch die Paletten auf der Ladefl√§che abgestellt werden.
  • Die Gabelhubwagenvorrichtung wird wieder auf die Be- und Entlademaschine gefahren und die Ladebr√ľcke wird um 90¬į hoch geschwenkt, um einen Endanschlag der F√∂rderbahn zu bilden.
  • Die Versand bzw. Empfangspapiere werden ausgedruckt.
  • Der Fahrer verl√§sst den Platz und der n√§chste Auftrag kann beginnen.
 
  
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